Für Bauherrschaften und Generalunternehmen

Die Fragen, die den Unterschied machen

Siebzehn Fragen für zwei Gespräche — eines mit dem Haustechnikplaner, eines mit der Architektur. Jeweils mit dem Hinweis, worauf die Antwort hindeutet.

Druckt als sauber gesetztes Dokument mit unserem Briefkopf — ohne Navigation und ohne Bilder.
Bausprechung am Modell: zwei Personen vor einem digitalen Gebäudemodell, daneben die Fragen nach raumweiser Heizlast, Honorarumfang, Provisionen und Genauigkeitsstufe

Warum wir das veröffentlichen

Wer zum ersten Mal ein Planungsbüro auswählt, hat ein Problem: Die Offerten sehen ähnlich aus, die Ansätze auch, und was fehlt, sieht man einer Offerte nicht an. Die folgenden Fragen sind die, die wir selbst stellen würden — und ja, wir schneiden bei einigen davon absichtlich gut ab. Das ist der Punkt. Ein Büro, das diese Fragen fürchtet, sollte man nicht beauftragen; eines, das sie beantwortet, kann man vergleichen.

Zum Mitnehmen Diese Seite lässt sich ausdrucken oder als Adresse in die Sitzungseinladung legen. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt: Die ersten drei Fragen trennen bereits ziemlich zuverlässig.

Fragen an den Haustechnikplaner

Acht Fragen für das erste Gespräch — bevor eine Offerte vorliegt.

Rechnen Sie die Heizlast raumweise oder überschlägig?

Raumweise ist der Normalfall und die Grundlage für alles Weitere. Wer hier ausweicht oder von Watt pro Quadratmeter spricht, legt nach Faustregel aus — und Faustregeln enthalten Sicherheitszuschläge, die sich addieren.

Was ist im Honorar nicht enthalten?

Die aufschlussreichste Frage überhaupt. Bauleitung, örtliche Bauüberwachung, Messungen, Einregulierung, Abnahmen, Revisionsunterlagen und integrale Brandschutztests sind in aller Regel nicht Teil eines Planungsauftrags. Wer das nicht von sich aus sagt, hat entweder nicht daran gedacht oder rechnet damit, es später als Nachtrag zu stellen.

Beziehen Sie Provisionen von Herstellern oder Lieferanten?

Ein Planer, der am verbauten Produkt mitverdient, hat ein Interesse an der teureren Lösung. Die Antwort sollte ein klares Nein sein — und im Vertrag stehen, nicht nur im Gespräch.

Planen Sie selbst, oder vergeben Sie weiter?

Beides ist zulässig. Sie sollten aber wissen, wer die Arbeit macht und wer dafür haftet — und ob Sie im Projekt jedes Mal mit einer anderen Person sprechen.

Nach welcher Genauigkeitsstufe ist Ihre Kostenangabe?

Grobkostenschätzung, Kostenschätzung oder Kostenvoranschlag — die zulässigen Abweichungen unterscheiden sich erheblich. Eine Zahl ohne Angabe der Stufe ist keine Aussage.

Was passiert, wenn sich das Projekt ändert?

Änderungen kommen in jedem Projekt. Klären Sie vorher, ab wann eine Anpassung als Nachtragsleistung gilt und wie sie angekündigt wird. Sonst ist die Diskussion darüber Teil des Streits, nicht Teil des Vertrags.

Können Sie eine dynamische Simulation rechnen?

Nicht jedes Büro hat die Werkzeuge dafür. Das ist kein Ausschlusskriterium — aber bei grösseren Objekten, hohem Verglasungsanteil oder Erdsondenfeldern sollten Sie wissen, ob gerechnet oder geschätzt wird und wer es sonst übernimmt.

Welche Unterlagen bekomme ich am Schluss, und in welchem Format?

Revisionspläne, Schemata, Datenblätter, Bedienungsanleitungen. Klären Sie auch, ob Sie die nativen Dateien erhalten — und zu welchen Bedingungen.

Fragen an die Architektur

Neun Fragen, die im selben Projekt geklärt sein müssen, damit die Haustechnik überhaupt planen kann.

Wann ziehen wir die Haustechnik bei?

Die Antwort «wenn der Grundriss steht» ist die teuerste. Standort der Technikzentrale, Lage der Steigzonen und der Grundsatzentscheid zur Wärmeerzeugung gehören ins Vorprojekt — danach sind es Korrekturen statt Entscheide.

Wo stehen die Technikräume, und wie kommt man dort hinein?

Technikräume brauchen Zugang für Menschen und für Geräte. Ein Wärmeerzeuger, der nur durch die fertige Treppe passt, wird zum Thema — spätestens beim Ersatz in fünfzehn Jahren.

Welche Geschosshöhe steht fest, und was davon bleibt für Kanäle und Leitungsnetze?

Lüftungskanäle, Heizungs- und Sanitärleitungen, Elektrotrassen und Sprinklerrohre teilen sich denselben Raum über der abgehängten Decke. Wird die Höhe erst nach der Planung reduziert, muss das gesamte Netz neu gerechnet werden — oder die Anlage wird laut.

Sind die Steigzonen über alle Geschosse durchgehend?

Ein Schacht, der in einem Geschoss versetzt ist, kostet Umlenkungen, Platz und Druckverlust. Das fällt auf dem Einzelgrundriss nicht auf, im Schnitt schon.

Wie ist der Sonnenschutz gelöst?

Aussenliegender Sonnenschutz ist fast immer günstiger als installierte Kälteleistung. Diese Entscheidung fällt in der Fassadenplanung, nicht in der Haustechnik — wirkt sich aber dort aus.

Welche Bauteilaufbauten sind definitiv?

Ohne Aufbauten und U-Werte gibt es keine Heizlastberechnung, keinen Energienachweis und keine Dimensionierung. Diese Angaben sind die Voraussetzung für alles Weitere.

Wer koordiniert die Gewerke untereinander?

Wenn Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro von verschiedenen Büros kommen, muss jemand die Trassen zusammenführen. Ist das nicht geregelt, geschieht es auf der Baustelle — und das ist die teuerste Variante.

Wann sind die Schalungspläne freigegeben?

Aussparungen und Durchbrüche müssen vor dem Betonieren eingezeichnet sein. Dieser Termin ist der härteste im ganzen Ablauf.

Wer ist der Brandschutzverantwortliche im Projekt?

Brandabschnitte, Klappen, Entrauchung und der integrale Test hängen an einer Person, die das Konzept verantwortet und gegenüber der Behörde auftritt. Ist die Rolle nicht besetzt, fallen die Anforderungen erst bei der Abnahme auf — dann ist die Decke zu.

Und unsere eigenen Antworten?

Stehen verstreut auf dieser Website: Wie wir die Heizlast rechnen, steht auf der Heizungsplanung. Was nicht im Honorar enthalten ist, steht in Ziffer 8.2 unserer AGB und in jeder Offertbeilage. Dass wir keine Provisionen beziehen, steht in Ziffer 9 der AGB — nicht nur auf der Startseite. Was wir zur Versicherung, zu Haftungsgrenzen und zu Nachtragsleistungen sagen, steht ebenfalls dort und liegt jeder Offerte bei.

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